Veröffentlicht 28. Oktober 2026 · von Troels Højbjerg, Gründer
Ob eine Aktie günstig ist, sehen Sie nicht am Kurs. Eine Aktie für 10 Euro kann teuer sein und eine für 500 Euro günstig. Es kommt darauf an, was Sie für Ihr Geld bekommen.
Meine Bewertungsnote schaut auf drei Kennzahlen: Kurs im Verhältnis zum Gewinn (KGV), zum Umsatz (KUV) und zum Buchwert (KBV). Jede wird mit allen Aktien verglichen, die wir verfolgen. Der Gewinn zählt doppelt, damit eine Firma ohne Gewinn nie als günstig gilt. 70 heißt: günstiger als 70 % der anderen Aktien.
Manche Aktien sind günstig, weil das Geschäft schlecht läuft. Deshalb kommt eine zweite Note dazu: Qualität. Sie misst, wie gut die Firma mit ihrem Vermögen verdient (Gesamtkapitalrendite), wie viel vom Umsatz übrig bleibt (Gewinn- und operative Marge) und den Piotroski-Score, einen Gesundheitscheck des Abschlusses mit neun Punkten.
So sah es bei deutschen Aktien aus, jeweils drei Monate nach dem Monatsanfang:
| Am Monatsanfang | Fälle | Kursänderung nach 3 Monaten, Median | Mehr als 10 % gefallen | Zwischendurch mehr als 20 % im Minus |
|---|---|---|---|---|
| Günstig und solide (Bewertung ≥ 70, Qualität ≥ 50) | 215 | +0,3 % | 14,4 % | 4,7 % |
| Günstig, Qualität 30 bis 49 | 169 | −1,0 % | 17,2 % | 7,1 % |
| Günstig, Qualität unter 30 | 19 | −8,7 % | 36,8 % | 10,5 % |
| Teuer (Bewertung unter 30) | 124 | 0,0 % | 17,7 % | 15,3 % |
| Alle deutschen Aktien | 837 | −0,1 % | 19,5 % | 10,9 % |
Quelle: eigene Berechnung, 157 deutsche Aktien (ISIN DE), Startpunkte Juli 2025 bis August 2026, jeweils 63 Handelstage danach. Nur Aktien, die heute noch notiert sind.
Günstige und solide Aktien hatten weniger als halb so oft einen Rücksetzer von mehr als 20 % wie alle deutschen Aktien. Bei günstigen Aktien mit sehr schwacher Qualität war es umgekehrt, aber das sind nur 19 Fälle, also kaum mehr als ein Hinweis.
Im Median lagen günstige und solide Aktien nach drei Monaten bei +0,3 %, alle deutschen Aktien bei −0,1 %. Der Unterschied ist zu klein, um etwas daraus zu schließen. Was die Regel in diesen 14 Monaten gebracht hat, war Ruhe: weniger tiefe Rücksetzer. Mehr Rendite hat sie nicht gebracht.
Erstens: Vergleichen Sie Bewertungskennzahlen immer mit anderen Aktien, nicht mit dem Kurs von gestern. Zweitens: Schauen Sie bei jeder günstigen Aktie nach, ob die Firma Geld verdient und ob die Bilanz trägt. Drittens: Verteilen Sie das Geld auf mehrere Aktien, weil eine einzelne günstige Aktie trotzdem fallen kann.
Wie Sie eine schwache Bilanz erkennen, steht unter Woran erkenne ich, dass eine Aktie riskant ist?
Unterbewertete Aktien finden Sie, indem Sie Kurs und Gewinn, Umsatz und Buchwert mit anderen Aktien vergleichen, und dann die schwachen Firmen aussortieren. Mit meiner Regel (Bewertung mindestens 70, Qualität mindestens 50) fielen deutsche Aktien in drei Monaten in 14 % der Fälle um mehr als 10 %, alle deutschen Aktien in 20 %. Einen Rücksetzer von mehr als 20 % gab es weniger als halb so oft (4,7 % gegen 10,9 %). Eine höhere Rendite hat die Regel in diesen 14 Monaten nicht gebracht. Ich habe nur 14 Monate gemessen, und Schulden sind in den beiden Noten nicht enthalten.
Eine Sache zum Prüfen: Welche Qualitätsnote hat die günstigste Aktie in Ihrem Depot? Steht sie unter 50, lohnt ein Blick in die Zahlen der Firma.
Alle deutschen Aktien, die die Regel heute erfüllen, stehen jeden Tag neu berechnet unter Unterbewertete Aktien.
Suchen Sie Aktien, die im Verhältnis zu Gewinn, Umsatz und Buchwert günstig sind, und sortieren Sie dann die schwachen Firmen aus. Ich nutze dafür zwei Noten von 0 bis 100: Bewertung mindestens 70 und Qualität mindestens 50. Deutsche Aktien, die beides erfüllten, fielen in den folgenden drei Monaten seltener stark: in 14 % der Fälle um mehr als 10 %, alle deutschen Aktien in 20 %. Mehr Rendite brachten sie in dieser Zeit nicht.
Die deutschen Aktien, die heute Bewertung mindestens 70 und Qualität mindestens 50 haben, stehen jeden Tag neu berechnet auf der Liste „Unterbewertete Aktien“ von Handelsdesk. Günstig heißt dabei: günstiger als die meisten Aktien, die wir verfolgen, gemessen an Gewinn, Umsatz und Buchwert. Ob eine einzelne Aktie zu Recht günstig ist, sagt die Zahl nicht.
Auf der Liste „Unterbewertete Aktien“ stehen alle deutschen Aktien, die die Regel heute erfüllen. Erfüllt eine DAX-Aktie sie, steht sie auch dort. Die Bewertungsnote jeder DAX-Aktie sehen Sie außerdem auf ihrer Aktienseite.
Das hängt davon ab, ob Sie selbst Kriterien einstellen wollen oder eine fertige Regel suchen. Mit einem Screener wie TraderFox filtern Sie nach eigenen Kennzahlen. Handelsdesk ist kein Screener: Wir rechnen jede Aktie jeden Abend nach derselben festen Regel und zeigen das Ergebnis.
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Dies sind Informationen, keine individuelle Anlageberatung. Die Zahlen sind unsere eigenen Berechnungen auf Marktdaten und können Fehler enthalten. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft. Die Entscheidung treffen Sie selbst — und streuen Sie Ihr Risiko.