Veröffentlicht 28. Oktober 2026 · von Troels Højbjerg, Gründer
Das Signal auf jeder Aktienseite von Handelsdesk zählt vier Dinge: Liegt der Kurs über dem 50- und dem 200-Tage-Durchschnitt, und liegt der MACD (ein Trendmaß aus zwei gleitenden Durchschnitten) auf Tages- und auf Wochenbasis über null? Jedes Ja zählt +1, jedes Nein −1. Bei −1 oder schlechter steht dort Verkauf.
Ich habe dieses Signal für jeden Handelstag seit Januar 2023 nachgerechnet. Ein neues Verkaufssignal gab es 2.163 Mal. So sah es 60 Handelstage später aus, verglichen mit allen Tagen in denselben Aktien:
| 60 Handelstage danach | Nach neuem Verkaufssignal | Beliebiger Tag |
|---|---|---|
| Kursänderung, Median | +1,2 % | +1,5 % |
| Mehr als 10 % gefallen | 22,5 % | 21,7 % |
| Mehr als 10 % gestiegen | 30,8 % | 29,6 % |
| Zwischendurch mehr als 15 % im Minus | 26,5 % | 25,7 % |
| Fälle | 2.163 | 108.212 |
Quelle: eigene Berechnung, 154 deutsche Aktien (ISIN DE) an Xetra und Frankfurt, Signale von Januar 2023 bis August 2026, Schlusskurse aus unserer Kursdatenbank. Nur Aktien, die heute noch notiert sind.
Der Unterschied ist so klein, dass er im Rauschen liegt. Ein Verkaufssignal hat in deutschen Aktien weder einen Absturz angekündigt noch einen Anstieg verhindert.
Vielleicht reicht ein einzelner Tag nicht. Deshalb habe ich auch geschaut, wie es an allen Tagen weiterging, an denen eine Aktie in einem bestimmten Signal stand:
| Signal an dem Tag | Kursänderung nach 60 Handelstagen, Median | Zwischendurch mehr als 15 % im Minus | Tage |
|---|---|---|---|
| Starker Kauf (+3 oder +4) | +2,0 % | 23,9 % | 37.205 |
| Kauf (+1 oder +2) | +1,1 % | 26,8 % | 9.842 |
| Abwarten (0) | +1,8 % | 25,7 % | 23.119 |
| Verkauf (−1 oder −2) | +1,3 % | 25,2 % | 9.307 |
| Starker Verkauf (−3 oder −4) | +0,7 % | 27,7 % | 28.745 |
Quelle: dieselbe Berechnung wie oben. Aufeinanderfolgende Tage derselben Aktie überschneiden sich.
Aktien im starken Verkauf lagen etwas schlechter als Aktien im starken Kauf: 1,3 Prozentpunkte weniger im Median und etwas öfter ein tiefer Rücksetzer. Das ist eine Tendenz, kein Verkaufsgrund. Das Signal zeigt, in welche Richtung der Trend gerade läuft. Wohin der Kurs als Nächstes geht, zeigt es nicht.
Jede Aktie bekommt bei Handelsdesk drei Noten von 0 bis 100: für Bewertung, Qualität und Momentum (Kursstärke). Lagen alle drei unter 50, fiel die Aktie in den nächsten drei Monaten in 31 % der Fälle um mehr als 10 %. Bei den übrigen deutschen Aktien waren es 18 %.
Das ist über 14 Monate gemessen (Juli 2025 bis August 2026, 111 Fälle mit allen drei unter 50). Mehr dazu: Woran erkenne ich, dass eine Aktie riskant ist?
Ein Stop-Loss ist eine Verkaufsgrenze beim Broker. Ein Trailing-Stop wandert mit dem Kurs nach oben, nie nach unten. Er sorgt dafür, dass ein kleiner Verlust nicht zu einem großen wird.
Der Preis dafür: Liegt die Grenze eng, verkaufen ganz normale Schwankungen Sie aus der Aktie, und steigt sie danach wieder, sind Sie nicht mehr dabei. Für deutsche Aktien habe ich einen Stop noch nicht gemessen. Deshalb stehen hier keine Zahlen dazu.
Für deutsche Aktien gab es in meinen Daten keinen Tag, an dem ein Verkaufssignal zuverlässig gesagt hätte: jetzt raus. Nach einem neuen Verkaufssignal lag die Aktie 60 Handelstage später im Median 1,2 % höher, an einem beliebigen Tag 1,5 %. Auch Aktien im starken Verkauf lagen nur 1,3 Prozentpunkte hinter denen im starken Kauf. Deutlicher war der Unterschied bei schwachen Kennzahlen: Mit allen drei Noten unter 50 fiel fast jede dritte Aktie in drei Monaten um mehr als 10 %. Wer sich vor großen Verlusten schützen will, kann einen Stop setzen und nimmt dafür in Kauf, öfter zu früh auszusteigen. Was ich nicht weiß: wie das Signal sich in einem langen Abwärtsmarkt verhält, denn den gab es seit 2023 nicht.
Eine Sache zum Prüfen: Stehen bei einer Ihrer Aktien Bewertung, Qualität und Momentum alle drei unter 50? Das sehen Sie auf ihrer Aktienseite.
Das aktuelle Signal und die drei Noten jeder deutschen Aktie stehen kostenlos und ohne Anmeldung auf den Aktienseiten. Alle Aktien mit Kaufsignal sehen Sie unter Kaufsignale.
Ein Verkaufssignal allein sagt wenig darüber, was eine deutsche Aktie in den nächsten drei Monaten macht. Ich habe das Signal von Handelsdesk für 154 deutsche Aktien seit 2023 Tag für Tag nachgerechnet: Nach einem neuen Verkaufssignal lag die Aktie 60 Handelstage später im Median 1,2 % höher, an einem beliebigen Tag waren es 1,5 %. Ein Verkauf ist deshalb eher eine Entscheidung über Ihr Risiko als eine Vorhersage. Was in meinen Daten deutlicher mit Kursverlusten zusammenhing, waren schwache Kennzahlen: Aktien, bei denen Bewertung, Qualität und Momentum alle unter 50 lagen, fielen in drei Monaten in 31 % der Fälle um mehr als 10 %, die übrigen in 18 %.
Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es hängt davon ab, wofür Sie das Geld brauchen und warum Sie die Aktie besitzen. In meinen Daten sagte weder ein Verkaufssignal noch ein Kursrückgang allein, wie es weitergeht. Prüfen Sie lieber, ob sich an der Firma etwas geändert hat, als auf den Kurs der letzten Woche zu schauen.
Ein Trailing-Stop ist eine Verkaufsgrenze, die mit dem Kurs nach oben wandert, aber nie nach unten. Steigt die Aktie, steigt die Grenze mit; fällt sie unter die Grenze, wird verkauft. Je enger der Stop, desto öfter verkaufen Sie wegen ganz normaler Schwankungen. Ein Stop kauft Schutz vor großen Verlusten und kostet dafür Rendite, wenn die Aktie nach einem Rücksetzer wieder steigt. Einen Trailing-Stop richten Sie bei Ihrem Broker ein; Handelsdesk verkauft nichts für Sie.
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Dies sind Informationen, keine individuelle Anlageberatung. Die Zahlen sind unsere eigenen Berechnungen auf Marktdaten und können Fehler enthalten. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft. Die Entscheidung treffen Sie selbst — und streuen Sie Ihr Risiko.